AUSSCHNITT: REB WEIN LETTER N° 4

NATURWEIN: NUR TRAUBEN UND ZEIT!?

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Naturwein ist in aller Munde und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Natürlich produzierte Weine werden getrunken, noch häufiger wird über sie aber nur gesprochen, ja gar hitzig diskutiert. Zentraler Diskussionspunkt dabei ist die genaue Definition. Als Naturwein werden grundsätzlich Gewächse bezeichnet, die mit möglichst wenigen Eingriffen produziert werden: Ausgangspunkt ist ein naturnaher Anbau – mit Bio-Zertifizierung, mit Einsatz biodynamischer oder noch strikterer Methoden. Im Keller wird Verzicht geübt. Weder Reinzuchthefen, noch stabilisierende Schönungen oder Filtrationen werden eingesetzt und auch Schwefel wird in der Regel nicht verwendet. Die Reifung der Weine findet meist in neutralen Gebinden statt – allzu starker Holzeinfluss ist verpönt. Naturweine bestehen im Idealfall also nur aus Trauben und Zeit.

Es ist nicht einfach, genau abzugrenzen, welche Produkte nun Naturweine sind und welche nicht und das ist ein weiterer Grund dafür, dass das Thema so viel Diskussionsstoff bietet. Davon konnten wir uns vor einigen Wochen selbst überzeugen, als wir die Naturweinmesse RAW in Berlin besuchten. Die Aussteller auf dieser Messe vereint zwar ihr Streben, Wein möglichst natürlich, ohne Eingriffe entstehen zu lassen, aber keinesfalls der strikte Verzicht auf Schwefel, wie vielerorts behauptet wird. Ob sie ganz auf den Einsatz von Schwefel verzichten oder ihn in kleinen Dosen einsetzen, ist eine persönliche Philosophiefrage jedes einzelnen Weinmachers.

Wenn man die Kriterien für die Zulassung der Aussteller zur RAW-Messe als Grundlage für die Entscheidung nimmt, ob es sich bei einem Gewächs um einen Naturwein handelt oder nicht, dann würden gut drei Viertel des REB Wein Sortiments so bezeichnet werden dürfen. Wir sind uns sicher, dass ein Wein nur den wahren Ausdruck der Traubensorte, des Terroirs und dessen Potenzial offenbart, wenn er mit minimalen Eingriffen produziert wurde.

Über Naturweine wird nicht nur der schwierigen Definition oder Abgrenzung wegen diskutiert, fast häufiger geht es dabei um den Geschmack. Die Nörgler sagen, dass Naturweine nie grossen Genuss bereiten können, da sie unrein riechen und schmecken. Die Verfechter wiederum argumentieren, dass diese Gewächse mit grösstmöglicher Natürlichkeit und Trinkigkeit überzeugen. Nicht erst seit der Messe in Berlin wissen wir, dass es beides gibt – wie beim konventionellen Weinen auch, muss man bei natürlich produzierten Weinen die Spreu vom Weizen trennen.

Deshalb verfolgen wir von REB Wein einen pragmatischen, undogmatischen Ansatz und sind immer auf der Suche nach reintönigen Gewächsen, die möglichst nah an der Natur und ohne Zusatzstoffe entstanden sind. Wenn ein Produzent allerdings nicht auf die Schönung seiner Weine verzichten möchten, legen wir besonderes Augenmerk auf die Verwendung tierischer Produkte – REB Weine sind immer vegan.

Wir wünschen uns, dass die „Naturweine“ in unserem Sortiment und ganz allgemein als das wahrgenommen werden, was sie sind: authentische Gewächse, die von einzigartigen Winzerpersönlichkeiten nach bestem Wissen und Gewissen artisanal erzeugt wurden.

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