AUSSCHNITT: REB WEIN LETTER N° 7

Axel Pauly: Der Riesling-Hüne 401e8574-4245-4153-aa04-c99b579b9563

Axel Pauly ist ein Purist. Das verraten uns nicht nur seine Weine, sondern auch die minimalistische Architektur seines Verkostungsraumes und nicht zuletzt sein trockener Humor. Der ist allgegenwärtig, wenn man mit ihm Zeit verbringt. Axel wurde von Journalisten schon als Riesling-Hüne und Mosel-Barbarossa bezeichnet. Während das vielen Berufskollegen gar nicht gefallen würde, passen ihm die Bezeichnungen ganz gut. In seinen Augen darf man sich selber nicht allzu ernst nehmen. Ein Winzer arbeitet schliesslich mit Wein und der soll doch auch Spass machen.

Axel gehört zu den neuen, jungen Winzern an der traditionell geprägten Mosel; zu den Winzern, die angesagte Weinpartys veranstalten, in hippen Sternerestaurants gelistet sind und sich in Kopenhagen oder Berlin ebenso wohl fühlen wie in Bernkastel-Kues. Sein wichtigster Markt ist Skandinavien. Dort werden seine hochfeinen, schlanken Rieslinge besonders geschätzt, weil sie die Speisen nicht erdrücken, sondern zurückhaltend begleiten. „Wir haben Glück, dass unser leichter Weinstil zurzeit sehr gefragt ist“, sagt Axel Pauly. Während viele Kollegen an der Mosel noch immer nach hohen Alkoholgehalten und Dichte streben, hat sich Familie Pauly der Leichtigkeit verschrieben. Axels Schmerzgrenze, was den Alkoholgehalt trockener Moselweine angeht, liegt bei 12,5 Volumenprozent. „Unser mildes Klima und unsere kargen Schieferböden erlauben uns, restsüsse und trockene Rieslinge mit moderatem Alkohol und hoher Aromendichte herzustellen, das zeichnet die Mosel aus, macht sie absolut einzigartig.“

119f81b2-07d9-48fd-8971-57fd105b49f7Axels Lagen sind spektakulär. Seine besten liegen im Lieser Niederberg-Helden. Dort ist es so steil, dass es einem Ungeübten schon mal schwindelig werden kann. Es erklärt sich von selbst, dass die Bewirtschaftung dieser Schieferlagen äusserst beschwerlich ist. Axel trägt auch das mit Humor. Sein Motto: „Steillagenwinzer, man könnte es einfach haben aber nicht schöner.“ Im Niederberg sind ihm die hoch gelegenen Parzellen am liebsten. Nah am Wald, der im Sommer für Kühlung sorgt, ist es für ihn einfacher, keine allzu hohen Mostgewichte einzufahren.

Axels Keller ist unspektakulär. Hier passiert nicht viel. In Axels Augen sollen Moselweine von ihrer Schiefermineralität leben und dem einzigartigen Charakter der Rieslingtraube. Holzeinsatz ist für ihn beim Riesling tabu, auch grosse Hölzer sorgen seiner Ansicht nach für allzu viel Schmelz und verfälschen das Pure, nach dem er strebt.

Axel Pauly ist ein Purist. Das zeigen auch seine Etiketten. Die hügelige Mosellandschaft ist darauf abgebildet. Wer die Flasche um 90 Grad dreht, erkennt aber, dass die Landschaft eigentlich Silhouetten von drei Gesichtern sind. Grossvater, Vater und Sohn – drei Generationen Pauly. Axels persönliche Geschichte, die auch immer in seinen Weinen spürbar ist. Der feinherbe Riesling Generations und der trockene Tres Naris (drei Nasen) stehen exemplarisch für Axels Einstellung: für seinen Humor, für den puren Ausdruck der Mosel, für Wein, der Spass macht und nicht zuletzt für den Respekt vor vorangegangenen Generationen in einer der ältesten und eindrücklichsten Weinbauregionen Europas.

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