Barone Spitaleri di Murgia

Sizilien, Italien

Die «Super-Toskaner» sollten eigentlich «Super-Sizilianer» heissen. Denn schon über 100 Jahre vor dem ersten Sassicaia, wurde mit dem «Castello Solicchiata» ein Bordeaux-Blend auf Sizilien produziert.

Baron Felice Spitaleri lernte während eines langen Aufenthalts in Frankreich die Weine aus Bordeaux kennen und lieben. So überrascht es nicht, dass er 1855 an der Westseite des Ätna die ersten Cabernet- und Merlot-Stöcke pflanzte. Er war damit seiner Zeit definitiv voraus, denn die berühmten Bordeaux-Blends aus der Toskana, die sogenannten «Super-Toskaner», kamen erst mehr als 100 Jahre später auf den Markt. Und auch das Weingut des Barons fand erst Ende des 19. Jahrhunderts zu seinem Ruhm. Damals hagelte es förmlich Goldmedaillen und Ehrendiplome von den renommierten Weinverkostungen in ganz Europa. In dieser Zeit wurde der weinaffine italienische König auf die Weine des Barons aufmerksam und ernannte Spitalieri zum offiziellen Hoflieferanten. Nebst guten Absätzen brachte ihm das die Ehre ein, das Wappen des Königs zu benutzen, welches bis heute die Etiketten prägt. Bis heute gedeihen die Trauben des Gutes auf schwarzen vulkanischen Sandböden auf 800 bis 1000 Metern über Meer. Der Rebberg ist einer speziellen Terrassierung angelegt über der das für den Topwein namensgebende Schloss «Castello Solicchiata» thront. Dieses allerdings wird weder bewohnt, noch benutzt, noch kann es besucht werden. Es sieht ganz einfach gut aus. Für den Topwein «Castello Solicchiata» werden bloss 200 Gramm Trauben pro Stock geerntet, der Wein wird in neuen, französischen Holzfässern ausgebaut und fünf Jahre in der Flasche gereift, bevor er in den Verkauf gelangt.