Clos de Gamot, Familie Jouffreau

Südwesten, Frankreich

Die Memoiren der Familie Jouffreau sind länger und spannender als manch französischer Roman. Ihre Geschichte ist eng verknüpft mit der gesamten Region Cahors.

Winzerfamilie Jouffreau hat einen langen Stammbaum und eine ebenso lange Geschichte. Erstmals erwähnt wurden die Jouffreaus im 13. Jahrhundert als Kaufleute in Prayssac. Und es muss bald danach gewesen sein, als sie ihre ersten Reblagen an den Talhängen des Flusses Lot bepflanzt haben. Dort liegt auch der Weinberg Clos de Gamot, der dem Weingut der Familie seinen Namen gibt. Doch erst die Reblauskrise verschaffte der Familie ihren Eintrag in den Geschichtsbüchern. Der Legende nach pfropfte Guillaume Jouffreau im Winter 1883 einen Zweig einer von der Reblaus verschonten Malbec-Rebe auf einen Wurzelstock der amerikanischen Sorte Herbemont auf und war damit erfolgreich. So bepflanzte er den Clos de Gamot 1885 mit seiner neuen Kreation und rettete damit den Rebbestand der gesamten Region. So geschichtsträchtig die Familie und ihre Rebberge sind, so ultra traditionell ist auch die Weinbereitung. Die Trauben werden biologisch kultiviert, die Jauffreaus möchten sich aber nicht zertifizieren lassen. Das Traubengut wird in alten, konischen Holzbehältern vergoren und schlummert danach lange bis zur Trinkreife heran. Das Resultat sind Liebhaber-Weine mit einem grossen Lager- und Entwicklungspotential. Wer sich nicht ganz so viel Zeit nehmen möchte, greift am besten auf den «Le Gamotin» zurück – der kleine Bruder des «Clos de Gamot» ist ein perfekter, französischer Tisch- und Bistrotwein.