Quinta da Boavista, João Tavares de Pina

Dão, Portugal

Die Quinta da Boavista in der portugiesischen Region Dão ist nicht einfach zu finden. Doch einmal angekommen, wird einem schnell klar, warum Familie Tavares seit fast 200 Jahren in diesem Paradies lebt.

Das Weingut von João Tavares de Pina liegt idyllisch am Rand einer sanften Talsenke nahe dem Dorf Penalva do Castelo, unweit des Flusses Dão. Die Region ist wild und scheint schwer zähmbar, ähnlich wie der Winzer selbst. Seit er das Weingut 1991 mit seiner Frau Luísa übernommen hat, hat er vieles in Richtung Wildheit verändert. Von den 14 Hektar Reben hat João über die Hälfte ausgerissen. In den 80er-Jahren wurde viel Aragonez, der lokale Name des Tempranillo, gepflanzt. Diese Sorte ist laut Joao überhaupt nicht passend für die Region und so ersetzt er sie nach und nach durch die roten Rebsorte Jaén und weitere einheimische Varietäten. Zwischen den Rebstöcken wachsen Gräser und zahlreiche Wildblumen. Diese sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch die Heimat von Käfern, Bienen, Schmetterlingen und anderen Nützlingen. Die Weine werden spontan vergoren und nur in grossen Kastanieholzfässern ausgebaut. Naturweine würde man das heutzutage nennen, für João aber sind das einfach Weine, wie sie schon sein Grossvater gemacht hat. Seine Weinlinie heisst Rufia, so wird in Portugal ein Halbstarker oder ein unangepasster Rowdy bezeichnet - der Name passt perfekt zum eigenwilligen Winzer.